|
|
La Stazione
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim vom 30.10.1996
Romanze zwischen zwei Zügen
ECHO Rosenheim vom 30.10.1996
Voll Komik, Vehemenz und Dramatik
Regiedebüt von Horst Halser gelungen
Valentinaden
Oberbayerische Volksblatt Rosenheim 02.06.1997
Unsterblich
auch im Stall
ECHO Rosenheim vom 04.06.1997
Grotesken
im Stall
'Guernica' und'Picknick im Felde'
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim vom 24.09.1997
Und ewig
Bomben die Lautsprecher
ECHO Rosenheim vom 28.09.1997
Absurdes
Theater gegen den Krieg
"Dramatische Werke" von Loriot
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim vom 29.05.1998
Mit Dr. Klöbners Plastikente
ECHO Rosenheim vom 03.06.1998
Loriot auf dem Lande
"Der Tod und das Mädchen" von
Ariel Dorfmann
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim vom 25.11.1998
Wo bleibt die Gerechtigkeit?
Backstage Theater überzeugt mit "Der Tod und das Mädchen"
ECHO Rosenheim vom 25.11.1998
Die Rache am Peiniger
"Der zerbrochene Krug" von Heinrich
von Kleist
ECHO Rosenheim vom 26.05.1999
Vom Zerbrechen und Kitten
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim vom 26.05.1999
Dorfrichter im Kuhstall
Oberbayerisches Volksblatt vom 29.08.2000
Eine heitere Kurzfassung
"Dinner for one"
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim 01.12.1999
"Dinner im Stall"
(1) (2)
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim
vom 30.10.1996
Romanze zwischen zwei Zügen
Vielversprechende Premiere des Theaterstücks " La Stazione"
im Lockschuppen
"Zugfahrten", schreibt der Endorfer Dichter Franz Xaver
Weiland im Programmheft des Theaterstücks, "Zugfahrten
sind wie das Leben / ein Kommen und Gehen....Abschied / Wiedersehen
/ Aufenthalt...." Diese poetische Erkenntnis umschreibt in
wenigen Worten die Handlung der Drei-Personen-Komödie "
La Stazione " des italienischen Autors und Regisseurs Umberto
Marino, die zum Abschluss der Rosenheimer Kleinkunsttage vom Ensemble
des Backstage Theaters Rosenheim aufgeführt wurde. Das Stück,
mit dem Horst Halser sein Regiedebüt gab, wurde bereits erfolgreich
verfilmt und 1992 auf der Biennale in Venedig mit zwei silbernen
Löwen ausgezeichnet.
Die Handlung ist rasch erzählt: Auf der Flucht vor Danilo begegnet
die reiche, junge Flavia dem schüchternen Bahnhofsvorsteher
Domenico. Während die sonst nur mit Chauffeur reisende Flavia
auf den Zug nach Bari warten muss, entwickelt sich zwischen der
mondänen Römerin und dem ein wenig vertrottelten Domenico
eine zärtliche Liebesromanze. Der wüste Auftritt ihres
eifersüchtigen Liebhabers Danilo verwandelt den zunächst
verklemmten Hasenfuß in einen mutigen, beherzten Draufgänger.
Doch als Danilo zur Strecke gebracht ist und endlich der Zug nach
Bari einfährt, müssen sich die ungleichen Liebenden trennen.
Hermann Kunz als Domenico spielte das weltfremde Muttersöhnchen,
das sich während der Nachtschicht im mühseligen Selbstkurs
Englisch beizubringen versucht ("Toni´s father isn`t
a woman) und nach unzähligen Dienstjahren mit rührseliger
Pedanterie jeden Handgriff genau berechnet hat ("Der Kaffee
braucht 75 Sekunden"), sehr glaubwürdig mit dem unbeholfenen
Charme eines schon oft gedemütigten, kleinen Beamten. Ganz
im Gegenteil dazu verkörpert Julia Schirp als Flavia perfekt
die feine, verwöhnte Dame im tief ausgeschnittenen roten Kleid
und wirkt zunächst tatsächlich seelenlos wie ein "reiches
Porzellanpüppchen". Bald jedoch erkennt Flavia in dem
schüchternen Domenico einen sensiblen, liebenswerten Menschen.
Der hübschen Römerin wir nämlich erst durch Domenico
ihr oberflächliches und verlogenes Großstadtleben bewusst,
wo in den Wohnungen "immer der Fernseher läuft, aber niemand
zu Hause ist" und "zuviel Platz ist für wenig Menschen".
Domenico zeigt sich den Genüssen des Lebens jedoch keinesfalls
abgeneigt, In Flavias Gegenwart taut er endlich auf und wird, kaum
zu glauben, sogar zum lebenslustigen Tänzer. Vergnügt
und ausgelassen imitiert er "Dalli-Dalli-Quiz-Fragen"
und wird geradezu leidenschaftlich, als er nach längerem Kampf
Flavias primitiven Verlobten Danilo, überzeugend unsympathisch
gespielt von Herbert Prechtl, raffiniert außer Gefecht setzt.
Zu den wehmütigen Klängen von "As time goes by"
müssen Domenico und Flavia schließlich voneinander Abschied
nehmen. Die Parallele zu "Casablanca" ist schön gewählt,
sind doch auch hier die Liebenden in ihrem ganzen Wesen zu unterschiedlich.
Vielleicht aber, und das mag den Zuschauer über das fehlende
Happy-End hinwegtrösten, ist ihre kurze, rührende "Romanze",
frei nach "Casablanca", ja dennoch der Beginn einer wunderbaren
Freundschaft.
Georg Füchtner
-> nach oben
ECHO Rosenheim vom 30.10.1996
Voll Komik, Vehemenz und
Dramatik
Regiedebüt von Horst Halser gelungen
In einer kleinen Bahnstation in Süditalien tritt Domenico seinen
Nachtdienst an. Er weiß ja um diesen sinnlosen Dienst nach
Vorschrift, macht sich nebenbei ans mühsame Englisch lernen,
gießt sich ab und zu aus der Thermoskanne ein und wärmt
sich die Hände am kleinen Eisenöfchen. Doch diese Nacht
verläuft ganz anders als viele Nächte vorher. Nicht nur,
dass draußen ein Gewitter tobt, plötzlich tritt in der
Beschaulichkeit des Raumes (Bühnenbild in sorgfältiger
Gestaltung von Franz Schröger) eine aufgeregte junge Frau dem
erstaunten Stationsvorsteher gegenüber...........
Horst Halser dem Regisseur, gelang mit dieser zauberhaften Aktionskomödie
eine ausgezeichnete Theaterarbeit, so hochdramatisch wie komisch.
Seine hervorragenden Darsteller zeigten bemerkenswerte Leistungen
die das Publikum im Lockschuppen am letzen Tag der diesjährigen
Kleinkunsttage mit großem Beifall anerkannte.
Margrit Jakobi
-> nach oben
Oberbayerische Volksblatt Rosenheim
02.06.1997
Unsterblich
auch im Stall
Valentinaden mit dem "Backstage Theater Rosenheim"
Es war der absurdeste Komiker den es in Deutschland je gab. Viele
glauben seine Stücke, Szenen und Dialoge ließen sich
ohne ihn nicht spielen, doch Karl Valentins melancholischer Humor,
seine unglaublich komischen Alltagsdramen, sein Kampf gegen die
Widrigkeiten der kleinen Welt, sein Sezierung der Sprache sind unsterblich.
Dies zeigte auch das "Backstage Theater Rosenheim" um
Regisseur Horst Halser mit einem Valentinabend im "Stall"
der Malerin Aldona Sassek in Kieling bei Stephanskirchen. Gab es
bisher in dem kleinen Stallgewölbe einige Male im Jahr Kunstausstellungen,
hat jetzt auch das Backstage Theater ein Unterkommen gefunden.
Für Valentins komische Kurzdramen war der Raum, in dem etwa
60Zuschauer Platz finden, die wegen der fehlenden Bühne engsten
Kontakt zum Geschehen haben, bestens geeignet.
Mit leichter Hand gestaltete Halser einen heiteren, unterhaltsamen
Abend. Die "Intallschrammeln" streckten mit bayerischer
Unterhaltungsmusik meist aus der Zeit Valentins vor, zwischen und
nach den vier Szenen von Karl Valentin nicht nur die Zeit auf einen
vollen Theaterabend, sondern unterhielten auch bestens
.
Nicht nur das Chaos im reich und liebevoll ausgestatteten Senderaum
war eine Riesengaudi fürs Publikum, natürlich auch der
Disput um die richtige Mehrzahl von Semmelknödel und um die
zu heiße Suppe, um die so lange gestritten wird, bis der Hasenbraten
im Rohr verbrennt, sowie das Drama des verunglückten Theaterbesuchs.
Raimund Feichtner
-> nach oben
ECHO Rosenheim vom 04.06.1997
Grotesken
im Stall
Valentinaden mit dem Backstage-Theater
Das hätte dem Karl Valentin auch gefallen; Ein Theater im Stall!
Seit einigen Jahren von Zeit zu Zeit schon als Ausstellungsraum
genützt, hat nun das Backstage-Theater Rosenheim diesen Raum
in einem Anwesen in Stephanskirchen für sich entdeckt. Unter
der Regie von Horst Halser wurden dort "Valentinaden"
aufgeführt. Die Volksmusik der Intallschrammeln umrahmte die
kuriosen Geschichten auf feine stimmige Art und fand trotz einem
konfusen Dirigenten-Michael Niggl als Karl Valentin- zu "den
richtigen Tönen".
Um Streitereien bei Tisch ging es bei den "Semmelknödeln",
und Michael Niggl war ein rechthaberischer Grantler, der seiner
Frau- Brigitte Brand all Liesl Karlstadt- das Leben wahrlich schwer
machte. Lang, schlaksig, mit ausgeprägter "Bergerac"-Nase,
er, adrett und selbstbewusst sie, waren beide eine gekonnte Wiedergabe
ihrer berühmten Vorbilder. Die Szenen einer Ehe führten
vom Knödel-Diskurs über zu heiß gekochte Suppe und
verbranntem Hasenbraten bis zum verpatzten Theaterbesuch.
Christin Mareth verkörperte den störrischen Valentin und
Brigitte Brand als Liesl Karlstadt. Hatte ihre liebe Not mit dem
ungeschickten mürrischen Haustyrannen. Immer absurder wurden
die Situationen und das Publikum amüsierte sich köstlich.
"Im Senderaum" gelang es dem Valentin des Michael Niggl
das perfekte Chaos zu inszenieren.
In dieser besonderen Atmosphäre gelang dem Regisseur Horst
Halser mit seinen Schauspielern eine liebenswürdige-heitere
und absurde Wiedergabe der allseits bekannten Grotesken.
Margrit Jakobi
-> nach oben
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim
vom 24.09.1997
Und
ewig Bomben die Lautsprecher
Arrabal-Stücke im Rosenheimer Theater am Markt
Mit dem Thema Krieg beschäftigen sich die beiden selten gespielten
Einakter "Guernica" und "Picknick im Felde"
des Spanischen Autor Fernando Arrabal, die das Ensemble Theater
am Markt unter der Regie von Horst Halser aufführt.
Das Stück "Guernica" besteht vordergründig aus
der Auseinandersetzung eines alten Ehepaares er ein kümmerlicher
Macho, sie ein unselbständiges Heimchen. Dieser Privat-Gefühlskrieg
als Flucht vor der grauenhaften Realität draußen wird
immer wieder vom Bombardement und dem Schritt marschierender Soldaten
aus Lautsprechern unterbrochen. Dr. Paul Huppertz spielt souverän
den eitlen, unsensiblen Ehemann Fancho, Dr. Irmi Maier, von der
nur manchmal eine Hand zu sehen ist, ebenso packend-konzentriert
dessen verschüttete Ehefrau.
Wie ein bösartiger Roboter schaut hin und wieder ein Offizier
(Hermann Kunz mit diabolischer Mimik) in den Raum und fordert von
Fancho stumm Unterwerfungsgesten: Irrlichternd tobt zwischendurch
ein überdrehter Schriftsteller (Christian Mareth) samt einem
speichelleckenden Journalisten (Walter Schöpf) über die
Bühne und ergötzt sich an der dramatischen Situation,
die er nicht als Menschenquälerei, sondern als Karriere-Sprungbrett
betrachtet. Im Gegenzug Huschen im Schutze der Dunkelheit eine Mutter
und ihre Tochter(Monika und Pia Richter) mit Nachschubwaffen durch
die Szenerie. Das Premierenpublikum im ausverkaufen Saal spendete
nachdenklichen Beifall.
Surrealistischer gestaltete sich Arrabals zweiter, 1992 geschriebener
Einakter. Der Soldat Zapo ( Hermann Kunz) baut einsam seine Stellung
auf. Überraschend erscheinen seine Eltern mit einem Picknick-Korb.
Vater ( Dr. Paul Huppertz) schwärmt von alten Zeiten als Kavallerist,
und Mutter (Monika Richter) wäre auch am liebsten Soldat geworden.
Als plötzlich ein feindlicher, ebenso unbedarfter Soldat (Walter
Schöpf als Zepo) erscheint, wird er unter der Regie des Vaters
gefangen genommen, aber bald wieder seiner Fesseln entledigt, damit
auch er am Picknick im Felde teilnehmen kann. Diese Geste bleibt
aber von Misstrauen überlagert. Der Auftritt der Sanitäter,
die auf Verwundete und Tote Hoffen, ist Vorbote des plötzlichen
Endes, das wie in Damokles-Schwert über der naiv-lustigen Gesellschaft
hängt.
Regisseur Horst Halser hat sich an zwei schwere Stücke gewagt,
die er aber hat ausbalancieren können. Die Kriegsgewalt, die
jeweils auf das Individuum eindringt, hat er durch eine aufwendige
Lichttechnik- und Tonanlage beeinduckend ins Theater geholt. Seine
Darsteller sind sehr konzentriert bei der Sache, und der niederrheinische
Zungenschlag verleiht Dr. Paul Huppertz in diesen Breiten etwas
Exotisches und steigert damit noch den Manierismus in seinen beiden
Rollen.
Das Publikum klatschte nach dem zweiten Stück befreiter, es
gab eine ganze Reihe "Vorhänge" für die beachtliche
Leistung der Truppe, die hier keine leichte Kost zu bescheren hatte.
Hendrik Heuser
-> nach oben
ECHO Rosenheim vom 28.09.1997
Absurdes
Theater gegen den Krieg
Antikriegsstücke von Fernando Arrabal im Theater am Markt
Das Grauen des Krieges führt der katalonische Autor Fernando
Arrabal in absurden Szenen, seiner beiden Antikriegsstücke
"Guernica" (entstanden nach dem weltbekannten Gemälde
von Pablo Picasso) und "Picknick im Felde" vor.
Horst Halser inszenierte die beiden Einakter im Theater am Markt
in Rosenheim.
Das auf wenige Requisiten ein Tisch, ein Stück Mauer,
Stacheldraht und einige Säcke- reduziertes Bühnenbild
von Franz Schröger vermittelt die Trostlosigkeit des Schauplatzes.
Geräusche von Maschinengewehrsalven und Marschierschritten
unterbrechen brutal die Klänge katalonischer Madrigale. Ein
Mann der Schutz unter einem Tisch suchte wird aus dem Dunkel sichtbar.
Seine Frau ist hinter einer Mauer verschüttet, verborgen für
ihr, wie für die Zuschauer. Dr. Paul Huppertz gibt dem selbstherrlichen
Gatten und ängstlichen Bürger glaubwürdige Gestalt.
Eine Frau, ein Kind auf der Flucht; ein impertinenter Offizier,
ein Schriftsteller und ein Journalist kommen und gehen. Das Debakel
des streitbaren Paares wiederholt sich monoton, immer wieder abrupt
gestoppt von heftigen Bombardements beim letzten Fliegerangriff
wird auch der Mann unter den einstürzenden Mauern begraben.
Das gemeinsame Lache ertönt aus dem Jenseits.
In "Picknick im Felde" benützen die Eltern eines
Soldaten einen Kriegsschauplatz als Sonntägliches Ausflugsziel,
um ihren Sohn zu besuchen. Konträr zum kampfbegeisterten Vater
(Dr. Paul Huppertz) schreibt Zappo der Sohn (Hermann Kunz) "Soldaten
sind Mörder" an die Wand, schließt die Augen beim
Schießen und bettet ein Vater unser. Als er einen Gefangenen
Zepo (Walter Schöpf) macht, wird auch dieser von der Familie
zum kuriosen Picknick eingeladen. Wie Zapo schließt auch er
die Augen wenn, er schießen muss. Der eine strickt Pullover
in der Gefechtspause, der andere bastelt Stoffblumen im Schützengraben.
"Krieg ist ein Kinderspiel" sagt die Mutter (Monika Richter)
"Gebt den Generälen Gittaren und Kastagnetten. Frustrierte
Sanitäter suchen vergeblich nach Toten oder Verletzten. Schließlich
tanzen alle zu Paso-doble-Klängen vom Grammophon, bis Maschinengewehr-Salven
sie niedermähen. Endlich Arbeit für die Sanitäter-
Horst Halser führte seine Darsteller engagiert zwischen Dramatik
und Komik.
Er und seine Akteure ernteten verdient reichlich Applaus vom Premierenpublikum.
Margrit Jakobi
-> nach
oben
Oberbayerisches
Volksblatt Rosenheim vom 29.05.1998
Mit Dr. Klöbners
Plastikente
Backstage Theater Rosenheim spielt zwölf Sketche von Loriot
Dr. Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheidt sind diesmal
ganz real, sitzen ganz nackt in der Badewanne, streiten sich darum,
ob Dr. Klöbners kleine gelbe Plastikente ins Wasser darf und
wer länger tauchen kann. Horst Halser hat mit seinen Akteuren
vom Rosenheimer Backstage Theater das Wagnis auf sich genommen, Loriots
Zeichentrickknollennasenmännchen zu Fleisch werden zu lassen.
Es zeigte sich bei der Premiere von zwölf Loriot-Sketchen im
urigen Theater im Stall in Kieling bei Stephanskirchen, dass Loriots
Miniaturen unverwüstlich sind.
So erlebten die Premieregäste einen heiteren Abend den kleinen
Widrigkeiten im alltäglichen Zusammenleben, die sich bei Loriot
zu großen Krisen auswachsen.
Höhepunkt des Abends war besonders für die heftig
kichernden Damen der absurde Streit der nackten Männer
in der Badewanne, bei dem es allerdings nicht alles zu sehen gab.
Walter Schöpf und Christian Mareth zeigten auch unbekleidet ihre
Qualitäten als Schauspieler und als Badewannentaucher.
Da die Bundestagswahl vor der Tür steht, wählte Halser für
den zweiten Teil des Abends einige politische Scherze Loriots aus.
Zwar stammen sie aus den 70er Jahren, der Zeit der sozialliberalen
Koalition, doch waren sie auch heute noch aktuell.
Der dennoch überaus amüsante Abend, bei dem das Inntalduo,
Dr. Markus Singer und Peter Wimmer, mit Gitarre und Akkordeon die
Szenen mit gefälliger Unterhaltungsmusik kurzweilig verband,
endete mit der ebenfalls berühmten Szene "Schmeckt`s".
Die Kalbshaxe Florida bleibt dem Gast (Paul Huppertz) nicht einmal
im Halse stecken, denn bei der freundlichen Fragerei des Obers (Michael
Niggl) und anderer Gäste kommt er nicht dazu, nur einen Bissen
zu tun. Wenn auch die Kalbshaxe (eine Anfertigung aus Leberkäse)
nicht schmeckte, der Abend tat´s.
Raimund Feichtner
-> nach
oben
ECHO Rosenheim vom 03.06.1998
Loriot auf dem Lande
"Backstage Theater" mit dramatischen Szenen in Kieling
Der Regisseur inszenierte zwölf Stücke aus Loriots "dramatischen
Werken".
Die Szenen waren eher komisch als dramatisch, aber die menschlichen
Marotten und Unzulänglichkeiten riefen bei manchen Bühnenpersonen
durchaus Aggressionen aus.
Beim "Feuergeben" strapazierte Michael Niggl in bester
Loriot-Manier die Geduld vom Bernhard Huber als feuerlosem Raucher,
der Niggl in Mimik in nichts nachstand. In "Frühstück
und Politik" versuchte Sabina Montes charmant als party-versierte
Ehefrau ihrem Gemahl (Michael Niggl) die Besuchsreihenfolge einzutrichtern.
Beziehungsprobleme hat Günter Soffner als ruhebedürftiger
Gatte. Eigentlich will er einfach nur dasitzen, doch sein Weib raubt
selbst diesem Gutmütigsten den letzten Nerv. Ein zu hart gekochtes
"weiches" Ei führt zu immer hitziger werdenden Diskussionen
und ruft im fassungslosen Gemahl niedere Mordgelüste hervor.
Das streitende Ehepaar spielten mit viel Temperament Brigitte und
Walter Schöpf.
Und noch eine Szene einer Ehe: Ein defekter Fernseher entzweit das
sonst vereint glotzende Paar (Sabina Montes und Christian Mareth).
Von unwiderstehlicher Komik: die "Herren im Bad" (Walter
Schöpf und Christian Mareth). Dr. Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheidt
diskutieren leidenschaftlich, ob man mit oder ohne Wasser badet
und ob die Ente mitgebracht werden darf.
Typgerecht besetzt auch die Darsteller der weiteren Stücke,
die sich über den Nonsens von Bundestagsreden, Politik und
Fernsehen und desorientierte Wählerumfragen lustig macht. "Schmeckt´s"
erzählt vom frustrierten Gast (Paul Huppertz), dem ständig
ins Essen gequatscht wird und vereint zum Schluss noch alle Akteure
auf der Bühne.
Mit ihrem Regisseur konnten sie viel Beifall von einem animierten
Publikum entgegennehmen.
Margit Jacobi
-> nach
oben
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim vom
25.11.1998
Wo bleibt die Gerechtigkeit?
Backstage Theater überzeugt mit "Der Tod und das Mädchen"
Es ist ein Schluss, der nicht befriedigt. Das Opfer schreckt vor
der Rache an seinem Peiniger zurück. Es bleibt ewig Opfer.
Die Tat bleibt ungesühnt. So endet Ariel Dorfmanns Schauspiel
"Der Tod und das Mädchen", dass das Backstage Theater
Rosenheim in Horst Halsers dichten und überzeugenden Inszenierung
auf der Bühne im Rosenheimer Lockschuppen darbot.
Häufig bleiben die Taten von Diktatoren und ihrer Helfer ungestraft.
Dies zeigt derzeit der politische und juristische Streit um den
Diktator Augusto Pinochet. Diese Erfahrung musste der Argentinier
Dorfmann in seinem Heimatland und in Chile machen.
Vor allem dank Elfriede Fokh gelingt dieses Kammerspiel und wird
zu einer Quälenden Auseinandersetzung des Opfers mit dem Täter.
Elfriede Fokh spielt glaubwürdig diese starke Frau, die der
Folterung wiederstand und den Namen ihres Mannes nicht preisgab,
die jetzt mutig Gerechtigkeit fordert. Doch sie spielt ebenso feinnervig
das gebrochene Opfer, das für immer von den körperlichen
und seelischen Torturen gezeichnet ist, das sich schließlich
nicht vom Täter befreien kann.
Gerd Meiser ist als Gerardo Escobar der freundliche Anwalt von nebenan,
der sich männlich gibt und doch innerlich schwach ist. Er vertritt
das Recht und nicht die Gerechtigkeit. Er arrangiert sich mit den
politischen Gegebenheiten und Möglichkeiten. Er bleibt vernünftig.
Hermann Kunz gab sich als Dr. Roberto Mirando redlich Mühe.
Er spielte ihn mit freundlich scheinender Überlegenheit, die
seine Kälte und Falschheit nicht überdecken konnte. Ariel
Dorfmann wollte jedoch Zweifel an der Identität des Folterers
und an Paulinas Behauptungen aufkommen lassen.
Ihm glaubte man von Anfang an den Folterarzt, der bis zum Schluss
seine Tat auch unter An- drohung des Todes leugnet.
Paulina wiederum ist zu schwach, um wirklich abzudrücken und
sich von Dr. Mirando zu befreien. Der Gerechtigkeit wird auch in
ihrem Fall nicht zum Sieg verholfen.
Raimund Feichtner
-> nach
oben
ECHO Rosenheim vom 25.11.1998
Die Rache am Peiniger
Backstage Theater zeigt "Der Tod und das Mädchen"
Menschenrechtsverletzungen geschehen bis zum heutigen Tag auf dieser
Welt. Der Schriftsteller Ariel Dorfmann, 1942 in Argentinien geboren,
lebte bis 1973 als Anhänger der Politik Allendes in Chile.
Er musste das Land verlassen, nachdem Augusto Pinochet mit einem
Militärputsch die Macht übernommen hatte. In seinem 1990
entstandenen Bühnenstück " Der Tod und das Mädchen"
setzte sich der Autor mit Gewaltverbrechen, Folter und Vergewaltigung
auseinander. Seit einigen Jahren erfolgreich auf internationalen
Bühnen gespielt, von Roman Polanski verfilmt, wagte sich nun
Regisseur Horst Halser daran, das Stück auf der Bühne
des Rosenheimer Lockschuppens in Szene zu setzen.
An einem unbenannten Ort in einem Haus am Meer begegnen sich drei
Menschen. Sandras Lindes Bühnenbild erreicht mit einfachen
Mitteln optische Wirksamkeit. Ein leichter Vorhang, Schiebetüren
nur aus Holzlatten, geben Sicht auf drinnen und draußen zugleich.
Eine Frau wartet auf ihren Mann und löscht das Licht, als sich
ein Auto nähert. Erst als er ins Zimmer tritt und sie besänftigt,
löst sich langsam ihre Angst. Gerd Meiser als Rechtsanwalt
Gerardo Escobar bringt immer wieder Beruhigung und Vernunft in das
sich bald dramatisch entwickelnde Spiel, umso dramatischer dann
seine seltenen Ausbrüche.
Von der Regierung wurde er soeben zum Vorsitzenden eines Amtes ernannt,
das Menschenrechtsverletzungen während der vergangenen Diktatur
untersuchen soll. Seine Frau war Opfer schlimmster Folterungen und
leidet an den Folgen dieser Gewalttaten. Elfie Fokh gelingt es von
Anfang bis Ende des Psychodramas, mit subtilem Agieren die Spannung
zu halten.
Gerardo hatte eine Reifenpanne bei seiner Heimfahrt und ein Fremder
brachte ihn zurück. Dieser Dr. Roberto Mirando kommt spät
nachts zu den Escobars, um Gerardo zu seiner Ernennung zu gratulieren.
Paulina glaubt, in dem Arzt ihren Peiniger während der Gefangenschaft
zu erkennen. Da ihre Augen damals verbunden waren, verlässt
sie sich auf Stimme, Haut, Geruch als sicheres Beweismittel. Dazu
findet sie im Auto von Mirando eine Kassette mit Schuberts Streichquartett
"Der Tod und das Mädchen", das sie während ihrer
Folter und der Vergewaltigung ständig hören musste. Schubert,
dessen Musik sie einst besonders liebte, ist nun eine Erinnerung
an ihre Qualen.
Die Pistole im Anschlag, klagt sie den gefesselten Mirando an und
will ihn zwingen, sein Geständnis zu unterzeichen. Hermann
Kunz verkörpert den möglichen Verbrecher mit seiner Entrüstung,
Angst, Verzweiflung, Resignation und Wut in glaubwürdiger Umsetzung.
Gewalt gegen Gewalt, ist das eine Lösung ?- doch : "Was
verlieren wir, wenn wir einen von euch töten?" fragt Paulina
am Ende.
Nach eindringlichen Spiel von Elfie Fokh und den kongenialen Leistungen
von Gerd Meiser und Hermann Kunz inszeniert Horst Halser einen beeindruckenden
Theaterabend
.Margit Jacobi
-> nach
oben
ECHO Rosenheim vom 26.05.1999
Vom Zerbrechen und Kitten
Backstage Theater spiel Kleists "Der zerbrochene Krug"
in Kieling
"Üb immer Treu und Redlichkeit" ertönt die
Melodie. Ja, wenn das so leicht währe! Der Geist des Dorfrichters
Adam ist der einen Moralisten, sein Fleisch das eine s Lüstlings.
Im Theater im Stall in Kieling setzte Regisseur Horst Halser das
Lustspiel "Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist
mit dem Ensemble des Backstage Theaters schwungvoll in Szene.
Das bäuerliche Ambiente der ehemaligen Stalls ist die passende
Umgebung für das Geschehen in der Schlafkammer des Dorfrichter
Adam, die zugleich als Gerichtszimmer dient.
Mit seinem Klumpfuß hinkt Adam zum Waschtisch und macht schmerzlich-verzerrt
Katzenwäsche. Gestört wird er dabei vom Schreiber Licht,
der sich heuchlerisch nach dem Grund der Plessuren erkundigt. Michael
Niggl als Licht agiert im köstlichem Wechselspiel von Beflissenheit
und Schadenfreude. Mit süffisantem Lächeln kündigt
er das Erscheinen von Gerichtsrat Walter aus Utrecht. Der pensionierte
Oberstaatsanwalt Peter Pawlowski gibt dem unbestechlich korrekten
Rechtspfleger glaubwürdige Gestalt. Als sein Diener verschafft
sich Regisseur Halser traditionsgemäß einen kurzen Auftritt,
frei nach dem Hitchcock- Faible.
Wie Richter Adam allen phantasievollsten Erklärungen zu seinen
Verletzungen und der fehlenden Amtsperücke gibt, sie förmlich
aus dem Ärmel schüttelt, das spielt Paul Huppertz in köstlicher
Manier. Er nutzte seine Paraderolle mit allen Facetten der Schauspielkunst.
Den Befehlston hat er ebenso im Repertoire wie schmeichlerische
Anbiederei, Bestechung und Erpressung.
Turbulent wird es schließlich beim Gerichtstag, als Klägerin
Frau Marthe (Sehr resolut Brigitte Schöpf) nebst Tochter Eva
(Petra Biglmeier) beklagtem Ruprecht (Christian Mareth) mit seinem
Vater, dem Bauern Veit (Walter Schöpf) erscheint. Laut beklagt
sie einen zerbrochenen Krug, ein wertvolles Erbstück. Die aufmerksam
neugierige Frau Brigitte(Monika Richter) deckt eindeutige Beweisspuren
auf, die Schlinge um des Übeltäters Hals hat sich zugezogen.
Evas Ehre ist gerettet, der Dorfrichter des Unrechts überführt.
Horst Halser hat dem Amüsierten Premierenpublikum mit seinem
Ensemble einen sehr vergnüglichen Theaterabend geboten.
Margrit Jacobi
-> nach
oben
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim vom
26.05.1999
Dorfrichter im Kuhstall
"Backstage-Theater" und "Der zerbrochene Krug"
Die Bühne ist in einem Stall in Kieling bei Stephanskirchen.
60 Besucher finden hier Platz, und es ist die von Heinrich von Kleist
in seinem Einakter "Der zerbrochene Krug" so vorgegebene
Wohn- und Gerichtsraum von Richter Adam. Das Ambiente, dass sich
das Rosenheimer Backstage-Theater unter Regisseur Horst Halser dafür
ausgewählt hat, passt gut dazu.
Beim Gerichtstag geht es um einen Krug von Frau Marthe. Ein Besucher
war Spätabends in der Kammer von Tochter Evchen und als Ruppert,
ihr Verlobter, die verriegelte Tür eintrat, flüchtete
der Besucher unerkannt, stieß dabei den Krug um und erhielt
zwei Hiebe auf den Kopf.
Kleist hat den Richter Adam und das Ziel seiner Begierde Eva genannt,
um zu zeigen: das ist jeder von uns. Der Gerichtsschreiber sägt
erfolgreich am Stuhl des Richters, und dem Gerichtsrat wäre
es lieber, wenn die Rechtspflege hier nicht das Gesicht verlöre.
Paul Huppertz gab eine schlitzohrigen, im Brustton der Überzeugung
ständig herumlavierenden Adam, Michael Niggl einen buckelnden
Schreiber und Peter Pawlowski einen asketisch knappen Gerichtsrat.
Elisabeth Pawlowski spielte die leicht eingeschnappte Magd Grete,
Regina Stuffer die schnippische Jungmagd Liese, Brigitte Schöpf
die aufgeregte Marthe und Petra Biglmeier die um Fassung ringende
Eva. Christian Mareth gab den Rupprecht in ruppig-aufbrausender
Jungmännerart und Walter Schöpf dessen Vater als beschwichtigenden
Kleinhäusler Profil. Monika Richter verlieh ihrer als Zeugin
gehörten Frau Brigitte den Anflug einer jüngerer Ausgabe
der Miss Marpel.
Nach eineinviertel Stunden spendete das amüsierte Publikum
viel Beifall für eine kompakte Ensembleleistung mit einem herausragenden
Paul Huppertz.
Hendrik Heuser
-> nach
oben
Oberbayerisches Volksblatt vom 29.08.2000
Eine heitere Kurzfassung
"Der zerbrochene Krug" in der Arena am Lokschuppen
Ein lauer Spätsommerabend lockte, die Mückenplage hielt
sich in Grenzen, und ursprünglich umfassende und sprachlich
äußerst anspruchsvolle Stück wurde auf weniger als
die Hälfte leicht verständlichen Textes zusammengestrichen
und umgeschrieben.
Amüsant und doch nicht ohne Tiefgang war das Spiel um den korrupten
Dorfrichter Adam von Horst Halser in Szene gesetzt worden. Ohne
Scheu und mit Mut zur Hässlichkeit spielte Paul Huppertz den
Dorfrichter, der für sein missglücktes nächtliches
Abenteuer bei der schönen Eva (Petra Biglmeier), bei dem ein
Krug von Evas Mutter (Brigitte Schöpf) zerbrach, deren Verlobten
Rupprecht (Christian Mareth) büßen lassen möchte.
Sein Pech, das ausgerechnet an diesem Tag Gerichtsrat Walter (vornehm
bestimmt Peter Pawlowski ) dem Dorfrichter einen Inspektionsbesuch
abstattet. Dorfrichter Adam verstrickt sich bei seiner Verhandlung
gegen Rupprecht selbst in Widersprüche. Im Hintergrund spinnt
dabei der servile Scheiber Licht(Michael Niggl) der um des Richters
Schandtaten weiß, seine Fäden.
Und er ergreift die Chance. Nach der Überführung und Flucht
des Richters übernimmt er dessen Stelle.
War die eigentümliche Gerichtsverhandlung flott inszeniert,
verlangsamte Regisseur Halser in der von ihm geschriebenen Anfangs-
und Schlussszene beträchtlich.
Der nach seinem nächtlichen Abenteuer erheblich lädierte
Richter zeigte sich beim Erwachen, von aller Würde entkleidet,
in alten Unterhosen und legte sich erst langsam mit seiner Robe
die vermeintliche Würde an. Und in der Schlussszene war es
der Schreiber Licht, der die im Dreck liegende Robe kurz säubert
und überstreift. Doch auch bei ihm ist eine Robe kein Garant
für die Gerechtigkeit.
Premiere hatte diese Inszenierung des Backstage-Theaters bereits
im Mai 1999. Sie erlebte an verschiedenen Spielorten immer wieder
neue Aufführungen. Entsprechend praktisch und einfach ist deshalb
auch das Bühnenbild gehalten, das sich neben einem Kastenbett,
Stehpult, Tischen, Stühlen und Bänken sich auf wenige
passende Requisiten beschränkt. Wer einen Klassiker des deutschen
Lustspiels in einer unanstrengenden, heiteren Kurzfassung sehen
will, die heutigen Sehgewohnheiten weitgehend entgegenkommt, ohne
banal zu werden, sollte sich beim nächsten Gastspiel des Backstage-Theaters
doch für einen Besuch entscheiden.
Raimund Feichtner
> nach
oben
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim
01.12.1999
"Dinner im Stall"
Die traditionelle Weihnachtsaustellung in der Galerie im Stall wurde
dieses Jahr mit der englischen Slapstick-Komödie "Dinner
for one" eröffnet.
Unter der Regie von Horst Halser spielten Elisabeth Pawlowski und
Michael Niggl vom Backstage-Theater Rosenheim die Rollen der Miss
Sophie und ihrs Butlers James. In ihrer witzigen und schwungvollen
Darstellung kamen sie den Figuren des beliebten Silvester-Fernsehsketches
täuschen nahe.
Margit Jacobi
> nach
oben
|
designed
by bsoul |